Samstag, 31. Dezember 2016

Eine Rettung im letzten Moment (1986)



Bei den Treffen in Huberts Haus gab es einen relativ festen Kreis, aber auch Gelegenheitsgäste. Eine junge, hübsche Frau mit einem sogenannten "Contergan-Arm" ist mir in Erinnerung geblieben.

Erst einmal fand ich es faszinierend, dass sie trotz ihrer Behinderung recht gut Gitarre spielte. Und dann hat mich eine Geschichte, die sie abends in kleiner Runde erzählte, mich innerlich berührt.

So hatte sie einige Zeit nach ihrer Bekehrung zum christlichen Glauben für innere Heilung beten lassen. Und was passierte? "Längst Verdrängtes brach mit ungeheurer Wucht aus meinem Innern hervor und ich verspürte unbeschreibliche seelische Schmerzen!"

Dies konnte ich noch halbwegs nachvollziehen, hatte ich selber auch mal etwas Ähnliches erlebt. Aber bei Cora war es so, dass die Schmerzen blieben. "Als ob man mit einer ständig schmerzenden Wunde umherlief. Nach einer Weile machte mich dieser Zustand regelrecht verückt! Ich betete, ließ für mich beten ... aber nichts half. Schließlich wurde es so schlimm, dass ich beschloß mir das Leben zu nehmen!"

Persönlich kenne ich so etwas nicht, aber kann mir schon vorstellen, dass einen ein Dauerschmerz in den Wahnsinn treiben kann. Cora fuhr also nach Italien, mietete sich in einem kleinen Hotel ein und mixte sich einen tödlichen Medikamentencocktail.

Dann trat sie mit dem Becher ans Fenster und blickte auf´s Meer: "HERR, ich kann nicht mehr. Verzeih mir, aber ich mache jetzt Schluss!" betete sie, entschlossen den tödlichen Trunk zu schlucken.

Aber dazu kam es dann nicht. "Denn ich hatte gerade mein Gebet geendet, als die Schmerzen, die mich drei Monate lang gepeinigt hatten, in nächsten Augenblick völlig verschwunden waren! Und auch nicht wiederkamen. Ein Wunder war geschehen!"

Natürlich stellt sich die Frage, warum Coras Geduld so auf die Probe gestellt wurde. Aber als Christ beugt man sich bei solchen Dingen unter die  Weisheit Gottes, die menschliches Denken und Begreifen weit übersteigt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen