Mittwoch, 28. Dezember 2016

Eine lehrreiche Kassette (1986)

 Wie ich an anderer Stelle schon erwähnte verbrachte ich - zusammen mit vielen anderen Christen-  in jener Zeit die Sonntage oft bei Hubert in St.Tönis. Da ging es meist recht lebhaft bis turbolent zu, so dass  ich mich auch mal gerne in eines der  Gästezimmer zurück, um mich etwas zu erholen. 

Bei so einer Gelegenheit fiel mir eine Predigtkassette auf, die mit einem seltsamen Titel beschriftet war: Menschen über meinem Haupt - mir zum Segen! 
Neugierig legte ich sie ein und begann sie anzuhören.

Kurz gesagt ging es um eine Auslegung des Verses:
Du hast Menschen  über unser Haupt kommen lassen (Psalm 66,12)
und um die Botschaft, dass wir es akzeptieren sollten, wenn uns jemand schlecht behandelt, unterdrückt, beleidigt usw.. Wir darin ein zugelassenes Wirken Gottes,  uns zum Guten,  sehen sollen. Auch in Anlehnung an ein berühmtes Josefszitat: 
 Ihr gedachtet's böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen (1.Mose 50, 20)
Ich fand es interessant, die Sache mal von diesem Standpunkt aus zu betrachten. Normalerweise setzt ja fast automatisch eine Abwehrreaktion ein, wenn wir uns ungerecht oder schlecht behandelt fühlen. Und wir denken über einen möglichen tieferen Sinn nicht gross nach.

So verließ ich nachdenklich den Raum, holte mir in der Küche einen Kaffee und setzte mich in die Wohnstube ... die meisten anderen hielten sich draußen im Garten auf.
   Plötzlich tauchte ein Triumvirat von drei Brüdern auf - Sven war unter ihnen - und wollte mit mir sprechen.
  Ich war schon etwas überrascht, lud sie aber ein Platz zu nehmen und fragte neugierig: "Um was geht es denn?"

Nun, ihr Anliegen wurde recht bald klar ... sie kritisierten mich, dass mein Christsein nur im Handeln bestünde und forderten mich auf, einen anderen Schwerpunkt zu setzen: die Vaterliebe Gottes kennenzulernen 

Mal abgesehen, dass diese Kritik völlig überzogen war, wurde sie auch in recht liebloser Weise an mich herangetragen. Insbesondere Sven tat sich da in recht unrühmlicher Weise hervor. Plötzlich bekam das "Menschen über meinem Haupt" einen recht anschaulichen Charakter.

Es war wohl die zuvor gehörte Kassette, die mich recht maßvoll reagieren ließ. Es kam mir nun wie eine Vorbereitung Gottes auf diese Situation vor. 
Ich wies zwar ihre Kritik als überzogen zurück, versprach aber darüber nachzudenken. Womit die Sache für die Drei auch erledigt war und sie wieder abzogen.

Auch heute noch denke ich, dass die Kritik mit dem Holzhammer vollkommen überzogen war. Dennoch denke ich, dass da einige Körner Wahrheit drin steckten und durchaus auch ein wichtiger Impuls für meine weitere Zukunft gegeben wurde.

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